Ob in der Führung oder in der Erziehung: Wenn Widerstand spürbar wird, dann geht es selten nur um das offensichtliche „Problem“. Viel öfter sind es ungehörte Stimmen, unausgesprochene Bedürfnisse oder strukturelle Ungereimtheiten, die sich Raum verschaffen wollen. Vielleicht ist das Stocken kein Zeichen von Scheitern, sondern von Lebendigkeit – ein Hinweis darauf, dass etwas Wichtiges noch nicht gehört, nicht bedacht, nicht integriert wurde.
Führung und Erziehung in diesem Sinne bedeuten nicht, den Weg für andere frei zu räumen, sondern ihn gemeinsam begehbar zu machen. Mit Zuhören, Präsenz und durch die Bereitschaft, Verantwortung für den Prozess und die Einladung in Beziehung zu bleiben zu übernehmen.
Foto: M. Wiprich