Dieses Zitat berührt einen Kern unserer Arbeit mit Systemischer Autorität.
Wenn wir sagen „Ich habe keine Zeit“, treffen wir – nüchtern betrachtet – eine Priorisierungsentscheidung. Zeit ist in Organisationen eine der Formen von Führung. Wofür wir Zeit einsetzen, markieren wir als bedeutsam.
In der Systemischen Autorität verstehen wir Autorität nicht als Durchsetzungsmacht, sondern als Präsenz, Selbstführung und verantwortliche Positionierung im System.
Das heißt für uns:
Wir fragen nicht nur:
• Was müssen wir tun?
Sondern auch:
• Wofür entscheiden wir uns, Zeit zu geben?
Gerade in Schule, Jugendhilfe oder sozialen Organisationen erleben wir Spannungen zwischen formulierten Werten und gelebten Prioritäten:
Wir sprechen über Beziehung – und priorisieren Struktur.
Wir betonen Teilhabe – und geben operativen Anforderungen den Vorrang.
Wir wünschen uns Reflexionsräume – und füllen Kalender mit Dringlichem.
Systemische Autorität lädt uns ein, diese Widersprüche nicht nach außen zu verschieben.
Nicht Kontrolle zu versprechen, sondern Verantwortung für unsere eigenen Setzungen zu übernehmen.
Wenn wir diese Haltung vermitteln, geht es uns nicht um moralische Appelle. Es geht um Transparenz:
Welche Prioritäten setzen wir tatsächlich?
Was kommunizieren wir durch unseren Zeitgebrauch?
Wo braucht es eine bewusste Entscheidung – auch wenn sie unbequem ist?
„Keine Zeit“ ist selten nur ein Sachverhalt.
Es ist eine Entscheidung im System.
Und genau dort beginnt für uns Führung.
Unsere nächsten Seminare:
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Foto: M. Wiprich